Offener Brief an eine Kunstinstitution basierend auf einem Eröffnungsabend und mehreren vorangegangenen Gesprächen in einem Kunstverein:

Sehr geehrte Damen und Herren XY,


Ich wäre heute gerne zur Eröffnung gekommen, aber nach einer Stunde Zugfahrt wurde ich an der Tür direkt abgewiesen, weil ich GEsund war (übrigens 3fach: körperlich, geistig und seelisch). Wohlgemerkt trugen alle im Raum Maske, also war ich davon ausgegangen, dass die anderen Besucher ebenso „GEfährlich“ seien wie ich selbst.

Ich wurde weder begrüßt, nach meinem Namen gefragt noch nach einem Grund warum ich da bin und warum ich nicht getestet, geimpft oder genesen bin.

Die einzigen Aussagen waren: „Dann wollen wir erstmal die Formalien klären“ und „Wir müssen uns an die Vorschriften halten.“ 

Nach diesen Sätzen habe ich lieber meine Würde behalten, befangen meinen Mund gehalten und mich schweigend wieder in den Zug gesetzt…seelisch und mental etwas geschwächter als vor der Eröffnung und körperlich nach Atem ringend.

 
Ich möchte, dass Sie wissen, dass ich diese Nachricht in Ruhe und mit innerem Frieden schreibe und dass meine Worte sich auf keinen Fall gegen Sie als Person richten.

Ich weiß um den Zwiespalt und um die Schwierigkeiten mit denen Kunsträume in dieser Zeit konfrontiert sind…
aber ich möchte, dass Sie auch wissen:

Als Mensch empfinde ich diese Art von Behandlung und diesen blinden Gehorsam als diskriminierend, erniedrigend und sehr beklemmend und es erschreckt mich über alle Masse, dass diese Szene an einem Ort der Kunst stattfinden kann.

Damit geht die Kunstszene ein Bündnis ein, positioniert sich ganz klar und wird so zur Staatskunst. – Ist es nicht so?

Warum stellen Sie sich auf die Seite derer, die Kultur (im ursprünglichen Sinn) weder brauchen noch fördern, auf die Seite derer, die verantwortlich dafür sind, dass Millionen von (kreativ und frei schaffenden) Menschen sozial und emotional in die Enge getrieben werden und abstürzen, auf die Seite derer, die – ohne mit der Wimper zu zucken – jederzeit bereit sind die Kunst (in ihrer ursprünglichen Bedeutung) ganz aus der Gesellschaft zu eliminieren und Museen und Kunstvereine zu schliessen, auf die Seite derer, die kein Problem damit haben gesunden Menschenverstand einem kranken System zu opfern? Ist das nicht Selbstmord in Raten?

Geht es nicht gerade in der Kunst darum, Fragen zu stellen, abzuwägen, frei und kreativ und im Fluss zu bleiben, sich nicht anzupassen, andere Denkweisen einzuspielen, Muster zu durchbrechen, originell und ehrlich zu sein, aktiv neue Wege zu gehen und Visionen zu leben ?


Solange man gesunde und bewusste Menschen so behandelt wie ich es heute erfahren habe werde ich persönlich mich jedenfalls frei-willig zuhause bleiben und nicht an der „Kunst“ im öffentlichen Sinn und Raum teilhaben.

Wahrscheinlich vermisst mich niemand, aber das ist nicht so wichtig.

Wichtig ist mir: Ich verkaufe meine Seele nicht. Unter keinen Umständen. Und schon gar nicht für die Gunst.

Ich lebe mein Leben und schaffe meine Werte nach meinem GEwissen und trotz der widrigen Begebenheiten.

Ich nehme an, dass ich somit in nächster Zeit auch nicht mehr an Ausstellungen, an Performances und abendlichen Gesprächen teilnehmen darf. Weder als Künstlerin noch als Gast. Das ist sehr schade und macht mich traurig, aber im Rückzug und Exil entsteht ja oft die beste Kunst. Und dadurch wird mir ganz viel Zeit zuteil.

Bis 2020 war die Kunst immer mein Baby. Vielleicht ist jetzt die Zeit für ein Baby und nicht für die Kunst?

Es ist nie zu spät umzudenken. Man kann jeden Tag dazu lernen und neu beginnen. So ist das LEBEN. Man hat sich ihm hinzugeben. Jeder auf seine ART. Nur so entsteht FRIEDEN.

Viele Menschen entscheiden sich gerade für den Regelerhalt, eine neue „Gesundheits“-Diktatur und den alten Lobbykapitalismus, für den scheinbar einfacheren oder sicheren Weg. Sie entscheiden damit auch, dass Menschen ausgegrenzt und diskriminiert werden. 

Daran ändert die ganze Maskerade oder die Regenbogenfahne leider auch nichts. Das KLIMA im Innen und Aussen leidet und wird sich durch noch mehr Regelungen, Trennungen und Sprachumwandlungen bestimmt nicht erholen.

Ich habe mich entschieden mit den Naturgesetzen, für die Liebe und für das Licht zu arbeiten. Mit allen Fähigkeiten die ich habe. Eine davon ist meine Kunst, eine das Heilen und eine andere Klarheit im Fühlen und Denken gepaart mit ganzheitlichem Weitblick sowie enorm viel Durchhalte- und Einfühlungsvermögen. Dies ist meine Zeit und meine Aufgabe auf der Erde. Sie erfüllt mich und ich erfülle sie.


Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute und bin mir sicher, dass wenigstens ein paar Künstler und viele andere Menschen noch visionär denken, wirklich fühlen und menschlich handeln und dadurch eine Zukunft erschaffen, die beseelt, sinnlich und lebendig sein darf – also ganz im Sinne der Kunst…

und wenn es nicht mehr für uns ist, dann wenigstens für die Kinder.


In diesem Sinne schicke ich Ihnen herzliche Grüße


Julia Rhizoma

Liebevolle Selbstannahme. 2021
Gegenseitige Wertschätzung. 2021