Julia Rhizoma *1980, Mutlangen. Lebt und arbeitet in Parabita, Italien
Meine Kunst entwickelt sich aus der Hinterfragung des Menschenwesens in einer Welt, in der sich permanenter Informationsüberfluss und wahrgenommener Zeitmangel fraktal stetig wachsend gegen-und ineinander zu verwickeln scheinen. Aus handgeschriebenen Schriftstücken und Überschreibungen, Visueller Poesie, Vibrationsnotationen, Büchern und Fundmaterial entstehen komplexe Installationen sowie performative Rituale, die sich der jeweiligen Raum- und Zeitsituation anpassen.
Soziale, mythologische und philosophische Bücher oder Texte werden verinnerlicht und Wort für Wort auf Papier, Leinwand oder Wände transkribiert. Der jeweilige Inhalt wird dadurch auf eine visuell erfahrbare Ebene gebracht. Im schweigsamen inneren Monolog und beim Schreiben erlebe ich eine Parallelwelt zum „Hamsterrad“ und zur „Neuen Realität“ der dann zusammen mit den Ausstellungsbesuchern zum offenem Gespräch erweitert wird. So verwachsen Weltbilder aus altem und neuem Wissen zu synergischen und rhizomatischen Ausstellungsformaten.
Meine Werke waren seit 2008 weltweit in Gruppenausstellungen, u. A. am Center for Book Arts, New York (2010) und auf der Art Chicago (2014) in den USA, in der Kunsthalle zu Kiel (2014) und im Kulturhaus Niederanven in Luxemburg (2015), am Ionion Center for the Arts and Cultures auf Kefalonia in Griechenland (2016+2017), in einer Einzelausstellung in der Galerie des Gmünder Kunstvereins (2019), zu sehen und zuletzt verwandelte ich mit Laika Rei zwei Ausstellungsräume des Hohenloher Kunstvereins für die Ausstellung „Into the Wild“ in eine visuell-klangbasierte Sphäre.
Zur Zeit erarbeite ich zusammen mit Laika Rei abwechselnd in Chile, Deutschland und Italien an unser Langzeitprojekt NaDaN, das sich mit dem Unaussprechlichen und Noch-Nicht beschäftigt.
Seit 2018 setze ich mit RHIZOMA. WERKSTATT für WANDEL. RAUM für ZEIT Impulse für kreative Sinnstiftung. Seit Neuem entwickle ich mit TOUCHPOINT ein Zeit-Raum-Projekt für aussergewöhnliche persönliche Erfahrungen.
2016 empfing ich in einer Badewannenmeditation mein °Water°World°Worth°Whirl° Project und gewann damit den SEA´S ART Prize, der ein 3-monatiges Stipendium mit Einzelausstellung im Folgejahr am Ionion Center for the Arts and Culture auf der griechischen Insel Kefalonia beinhaltete. In Korrespondenz mit dem Meer erhielt ich Einblicke in die Natur und in andere Dimensionen die bis heute wirken.
2013 wurde das von mir und Chris Bierl initiierte Ausstellungsprojekt “Denn alles was den Gesetzen des Verstandes und der Vernunft widerstreitet, ist freilich unmöglich.” in Kooperation mit dem Kunsthaus meinblau e.V. verwirklicht und vom Kulturreferat Pankow, Berlin, der niederländischen Botschaft und HAU gefördert. Das Projekt fand grossen Anklang und wurde im Kunstforum International (Band 224) besprochen.